Mit dem wachsenden Bewusstsein für ADHS und Neurodiversität am Arbeitsplatz denken immer mehr Unternehmen über die Gestaltung inklusiver Büroräume nach.

Das wurde auch Zeit, denn etwa 20 % der Beschäftigten sind neurodivergent: Erwachsene mit ADHS und/oder Autismus-Spektrum-Störung, Tourette, Legasthenie und Dyskalkulie, Hochbegabung und anderen Differenzen in der Funktionsweise des Gehirns.

Man kann sich natürlich fragen, ob es sich lohnt, ein ganzes Büro für die Minderheit der neurodivergenten Beschäftigten umzugestalten. Zum Glück haben ExpertInnen darauf eine klare Antwort.

Magda Mostafa, Associate Professor of Design im Fachbereich Architektur, eine Pionierin auf diesem Gebiet und ausgezeichnet mit dem Friendly and Inclusive Spaces Award, ist überzeugt:

"Wenn wir für Autismus entwerfen, entwerfen wir für alle."

Sie hat 7 Gestaltungsrichtlinien identifiziert, die nicht nur die Bedürfnisse von Mitarbeitenden im Autismus-Spektrum erfüllen, sondern auch für alle anderen neurodivergenten und neurotypischen Mitarbeitenden von Vorteil sind.

Was macht also einen derart gestalteten Arbeitsplatz nicht nur schön und neu, sondern wirklich neuroinklusiv? Werfen wir einen Blick auf ein paar wichtige Aspekte.

Keine Überraschung: Ganz oben auf der Liste steht, wie man mit Lärm und anderen Sinneseindrücken wie Licht und Temperatur umgeht. Die Antwort darauf sind verschiedene Arten von Räumen, Möbeln und Hilfsmitteln, die eine sensorische Anregung, eine sensorische Vermeidung und eine sensorische Regulierung ermöglichen, wie Magda Mostafa erklärt.

Genauso wichtig ist die Gestaltung des Arbeitsbereichs, die den Raum logisch und vorhersehbar nach den typischen Tätigkeiten, die im Laufe des Tages ausgeführt werden, ordnet. Es braucht einen räumlichen Fluss, anstatt ständig hin und her zu laufen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Übergänge zwischen den Räumen, die genug Platz bieten, um sich zu bewegen und denjenigen entgegenzukommen, die während eines Gesprächs gerne gehen oder sich zwischendurch auch mal dehnen möchten.

Bei der Arbeit wollen wir uns nicht nur körperlich sicher fühlen, wofür normalerweise gesorgt ist, sondern auch psychologisch. Dazu gehört natürlich auch, wie positiv und integrativ die Unternehmenskultur ist. Das kann bedeuten, dass Räume und Möbel zur Verfügung gestellt werden, die es ermöglichen, der Überforderung zu entkommen.

Und all das klingt nach einem wunderbaren Arbeitsumfeld für jede einzelne Person, die dort arbeitet, oder?

Wenn du herausfinden willst, was du selbst tun kannst, gibt es viele Möglichkeiten, wie du für dich Unterstützung in Anspruch nehmen kannst. Schau dir unseren neuen Kurs "The Ultimate Guide to ADHD Workplace Accommodations" an (in englischer Sprache).